Nationalmuseum in Krakau – Hauptgebäude, 3-Maja-Allee 1Es ist ein Brauch, dass, wenn Leonardos „Dame mit dem Hermelin” für einige Zeit Krakau verlässt, im Czartoryski-Museum ein Werk eines anderen bedeutenden Künstlers ausgestellt wird. So waren schon Werke von Raffael (aus der Galleria Palatina im Palazzo Pitti in Florenz), Tizian (aus den Uffizien in Florenz) und El Greco (aus der National Gallery of Art in Washington) zu sehen. Jetzt, da Leonardos Krakauer Gemälde in der wichtigen Ausstellung der italienischen Renaissance-Malerei „Von Botticelli bis Tizian“ im Museum der Schönen Künste (Szépművészeti Múzeum) in Budapest zu sehen ist, werden wir in Krakau das aus diesem Museum entliehene Bild „Episode aus dem spanischen Unabhängigkeitskrieg” des bedeutenden spanischen Malers und Vorläufers der modernen Kunst Francisco Goya bewundern können.
Das Meisterwerk wird vom 21. November 2009 bis zum 14. Februar 2010 im Hauptgebäude des Nationalmuseums in Krakau ausgestellt.
Die um 1808 – 1810 entstandene „Episode aus dem spanischen Unabhängigkeitskrieg” geht Goyas berühmtem Meisterwerk „Die Erschießung der Aufständischen“ aus dem Jahr 1814 voraus. Das Gemälde stellt einen erbitterten Kampf an einem verlassenen Ort dar. Es ist nicht klar, wer gegen wen kämpft: napoleonische Soldaten gegen spanische Guerillas oder Deserteure aus verschiedenen Armeen gegen Plünderer. Aber das ist auch nicht am wichtigsten. Das Thema des Bildes ist der vom Krieg geweckte Hass.
Die Ausstellung des Bildes wird durch Grafiken aus der Folge „Die Schrecken des Krieges“ ergänzt, in denen Goya den Krieg so darstellt, wie niemand zuvor — als totalen Irrsinn. Sie sind eine Gabe des bedeutenden Sammlers und Mäzens Feliks „Manggha“ Jasieński.
Die erschütternden Grafiken werden vor dem Hintergrund von Reproduktionen der so genannten Schwarzen Bilder Goyas ausgestellt, mit denen der Künstler die Wände seines Landhauses bemalte, für sich selbst, aus Verbitterung über die von religiösem Fanatismus und Hass befallene Welt, geängstigt von Einsamkeit und Tod. Der spanische Philosoph Ortega y Gasset schrieb, dass „Goya eine der wichtigsten Eigenschaften der Kunst aufzeigt, die es vermag, uns brutal dazu zu zwingen, die schrecklichsten Seiten des Lebens zu erkennen, was wir gewöhnlich zu vermeiden suchen.”
Gemälde aus den Sammlungen des Museums der Schönen Künste (Szépművészeti Múzeum) in Budapest
Die Ausstellung wird aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Nationalerbe bezuschusst.
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